Auf in den Osten

Veröffentlicht in Georgien
In Tbilisi, Georgien

Georgien bereitet sich auf mehr und mehr Touristen vor. Foto: Wacho Kuntsev-Gabashvili

Georgiens Tourismusbranche ist im Aufwind. Im Jahr 2012 wies Georgiens Tourismussektor gar die höchsten Wachstumszahlen im gesamteuropäischen Raum auf. Zu dem Ergebnis kommt die Tourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) in ihrem jüngsten Bericht.

36 Prozent mehr Einreisen konnte Georgien 2012 im Vergleich zum Vorjahr verbuchen. Aber auch Aserbaidschan (+ 27 Prozent), Russland (+ 13 Prozent) und Polen (+ 11 Prozent) gewannen laut UNWTO für internationale Touristen an Attraktivität.

Der gesamte UNWTO-Bericht enthält – insbesondere auch für Gründungsinteressierte im Tourismussektor – viele interessante Informationen zur internationalen Tourismusentwicklung und ist hier nachzulesen.

Georgi Sigua, seit Juni neuer Leiter der Georgischen Nationalen Tourismusbehörde, weist jedoch auch auf die Schwachstellen seines Landes hin. Diese lägen vor allem in der noch unterentwickelten touristischen Infrastruktur und in der vielerorts noch fehlenden Servicequalität.

Im Gegensatz zu Vorgängerregierung setzt die neue Administration nicht auf teure Kampagnen in westlichen Medien. Siguas erklärter Fokus liegt ganz klar in der Region, also in Ländern wie Russland, Ukraine, Polen, Aserbaidschan, Armenien, Kasachstan, Türkei und China. Er sagt: „Mit diesen Ländern verbinden uns direkte Flüge, Visa-Freiheit und mit vielen auch eine gemeinsame Sprache. Ich habe nichts dagegen auf CNN Werbung für Georgien zu bringen, aber ich bin überzeugt, dass wir mit dem Geld hier in der Region mehr bewirken können.“

Ein Blick auf die ersten Zahlen aus dem Jahr 2013 könnte ihm Recht geben. Bis Ende des Jahres soll Georgien nach Angaben der Regierung fünf Millionen ausländische Gäste empfangen haben. Mehr als eine Million von ihnen kommen alleine aus der Türkei – das ist eine Steigerung von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Armenien folgt mit über 800.000 Einreisen und einer Steigerungsrate von über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In absoluten Zahlen dahinter liegen Russland, die Ukraine und Polen. Auch bei diesen drei Länder sind die Besuchszahlen im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen, bei Russland um 54 Prozent, bei der Ukraine um 19 Prozent und bei Polen um 72 Prozent.