Die Länder

Erfolgreiche Unternehmer bringen in der Regel bestimmte Eigenschaften mit: Sie sind risikofreudig. Sie haben ein gutes Auge für Opportunitäten. Sie sind flexibel und mobil. Diese Eigenschaften haben typischerweise auch Menschen, die auf der Suche nach einem besseren Leben und mehr Entfaltungsmöglichkeiten ihr Land verlassen. Es verwundert deshalb nicht, dass sich unter Migranten besonders viele Unternehmer finden. In Deutschland gibt es zum Beispiel dreimal mehr Unternehmer mit als ohne Migrationshintergrund.

Entwicklung durch Wissenstransfer und Innovation

Aber Migranten, die sich selbstständig machen, spielen auch für ihre Herkunftsländer eine wichtige Rolle. Und das nicht nur, wenn sie einen Teil ihrer Gewinne an die Verwandten zu Hause überweisen, sondern insbesondere auch dann, wenn sie in ihren Herkunftsländern auch unternehmerisch aktiv werden. Auf diese Weise tragen sie zu wirtschaftlichem Wachstum bei, schaffen neue Arbeitsplätze, sorgen für Wissens- und Technologietransfer, für mehr Wettbewerb und Innovation und mitunter auch für politischen und sozialen Wandel. Mit ihren Kenntnissen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen können sie zudem Brücken zwischen unterschiedlichen Ländern bauen. Sie schaffen länderübergreifende Netzwerke und Geschäftsbeziehungen, von denen nicht zuletzt auch Länder wie Deutschland profitieren.

Aus diesen Gründen versuchen viele Entwicklungsländer und auch Entwicklungsorganisationen seit einigen Jahren, Migranten, die durch innovative Geschäftsideen in ihrer Heimat für Entwicklung und Fortschritt sorgen, das Leben beziehungsweise die Gründung eines Unternehmens zu erleichtern. Das geschieht etwa durch Beratungsleistungen, die Herstellung von Kontakten oder leichteren Zugang zu Startkapital.

Echte Marktlücken statt Notlösungen

Keine Frage: Viele kleine und mittlere Unternehmen mit weit verbreiteten Geschäftsideen spielen für die wirtschaftliche Stabilität in vielen Ländern eine große Rolle. Doch vielen Entwicklungsländern und -organisationen und auch gut ausgebildeten Migranten geht es weniger um die Gründung des 561. Beautysalons in der Stadt oder um die Eröffnung eines Restaurants mit europäischen Pasta-Spezialitäten in einer ohnehin schon wettbewerbsintensiven Branche. Auch soll es nicht darum gehen, Existenzgründer zu fördern, die mangels Alternativen, also aus der Not heraus, zum Unternehmer werden – obwohl sie womöglich gar kein Unternehmertyp sind. Vielmehr geht es darum, echte Marktlücken und innovative Möglichkeiten zu finden, sie breit nutzbar zu machen und die Ressource „Wissen“ möglichst clever und gewinnbringend einzusetzen.

Nur so lässt sich die Wertschöpfung von Produkten und Dienstleistungen und damit die Produktivität in Entwicklungsländern verbessern. Nur so können langfristige Perspektiven und nachhaltiges Wachstum entstehen. Und nur so können sich Entwicklungsländer in Zukunft auch fremde Märkte erschließen und gleichberechtigt im globalen Wettbewerb „mitspielen“. Das prominenteste Beispiel hierfür ist sicherlich der Aufschwung der indischen IT-Industrie, der maßgeblich dem Engagement von Auslandsindern in den USA zu verdanken ist. Diese Migranten haben ihr Know-how an indische Programmierer weitergegeben. Sie haben Risikokapital für Unternehmensgründungen von Indern und in Indien zur Verfügung gestellt. Und nicht zuletzt haben sie auch zahlreiche eigene Unternehmen gegründet.

Wertvolle Kontakte und Erfahrungen

Unternehmen und Unternehmer, die in Schwellen- und Entwicklungsländern investieren möchten, sehen sich oft mit großen Herausforderungen konfrontiert. Hier haben Menschen, die aus genau diesen Ländern stammen, einen klaren Vorteil. Sie sind nicht nur mit der Sprache und Kultur vertraut, sondern haben in der Regel auch eine größere emotionale Verbindung zum Land und daher oftmals mehr Leidenschaft und, was manchmal noch wichtiger ist, mehr Frustrationstoleranz. Denn Fakt ist: Auch wenn viele Entwicklungsländer insbesondere in wissensintensiven Branchen größere Geschäftspotenziale für Unternehmer bergen als hochentwickelte Länder, so sind in vielen dieser Länder doch noch immer viele Hürden zu nehmen. Dazu zählen langwierige bürokratische Prozesse und komplizierte Gesetze, etwa zur Besteuerung und zu Eigentumsverhältnissen. Dazu zählen auch: der mangelnde Zugang zu Krediten mit Tilgungszinssätzen über 20 Prozent und Korruption.

Damit Sie diese und andere Hürden meistern, gibt es das Angebot „Geschäftsideen für Entwicklung“. Wir bringen interessierte Existenzgründer bei unseren Veranstaltungen mit Unternehmern zusammen, die sich auf Ihrem Zielmarkt bereits etabliert haben und ihre Erfahrungen mit Ihnen teilen. Wir stellen vor Ort für Sie die richtigen Kontakte her. Wir stellen sicher, dass Sie rechtzeitig in Erfahrung bringen, wie Sie vermeiden können, dass Ihre Fertigungsmaschinen oder Waren zwei Monate im Zoll stecken bleiben. Seit vielen Jahren setzen wir uns auch für flexiblere gesetzliche Rahmenbedingungen bei der Bildungs- und Arbeitsmobilität ein, die der Realität einer zunehmenden Handelsliberalisierung, Digitalisierung und Mobilität sowohl in Deutschland als auch in Entwicklungsländern Rechnung trägt.

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