Kamerun: Das Land

Kamerun ist ein reiches Land. Es ist reich an natürlichen Ressourcen und gut ausgebildeten Menschen und damit reich an Potenzialen. Gleichzeitig ist Kamerun aber auch reich an Herausforderungen und Hindernissen. Die Entscheidung für oder gegen eine Investition oder Unternehmensgründung in Kamerun ist daher nie eine einfache.

Nicht selten wird Kamerun gar ein investitionsfeindliches Geschäftsklima attestiert. In Verbindung damit werden meist genannt: fehlende Infrastruktur, bürokratische Hürden, undurchsichtige Geschäftspraktiken, Behinderung durch Justiz und Finanzverwaltung und auch Korruption.

Kein Wunder also, dass es viele Kameruner zur Ausbildung ins Ausland zieht. Allein in Deutschland studieren aktuell rund 6.000 Kameruner. Sie bilden die größte Gruppe von Studierenden aus Subsahara-Afrika an deutschen Hochschulen. Die meisten von ihnen hoffen, dass sich die Rahmenbedingungen in Kamerun während ihres Auslandsaufenthaltes zum Besseren verändern, denn der Wunsch, das neu erworbene Wissen zu Hause einzusetzen und zurückzukehren, ist unter Auslandskamerunern trotz aller Widrigkeiten groß.

Klein hingegen ist die Wahrscheinlichkeit, auf dem ohnehin angespannten kamerunischen Arbeitsmarkt, der eine Arbeitslosenquote von über 30 Prozent aufweist, eine den Qualifikationen entsprechende, gut bezahlte Anstellung zu finden. Gute Stellen sind rar gesät und werden zudem meist über gute Beziehungen vergeben. Um einer möglichen Arbeitslosigkeit und auch einer schlechten Bezahlung vorzubeugen, landen die meisten, die ihre Zukunft nicht in Deutschland, sondern in Kamerun sehen, deshalb früher oder später bei der Überlegung, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Doch nicht jeder bringt für die Selbstständigkeit auch die notwendigen Voraussetzungen mit. Genau an dieser Stelle setzt „Geschäftsideen für Entwicklung“ an. Wir unterstützen Sie dabei, herauszufinden, ob ein Unternehmer in Ihnen steckt und ob Ihre Geschäftsidee in Kamerun Chancen auf Erfolg hat.

Aktuelle Geschäftspotenziale in Kamerun

Noch einmal zurück zu Kameruns Reichtum und Potenzialen: Möglichkeiten zur Unternehmensgründung gibt es in Kamerun viele, sowohl in klassischen Sektoren wie der Landwirtschaft als auch in neueren Wirtschaftszweigen wie etwa der Informationstechnologie (IT) oder den erneuerbaren Energien.

In der Landwirtschaft sind vor allem Geschäftsideen gefragt, mit denen sich die Effizienz der landwirtschaftlichen Produktion und vor allem auch die Erträge steigern lassen. Denn die Nachfrage nach kamerunischen Landwirtschaftsprodukten steigt, sowohl im Land selbst als auch in Nachbarländern wie Nigeria, Gabun, Äquatorialguinea oder der Zentralafrikanischen Republik. Einer, der sich in der Landwirtschaft selbstständig gemacht hat, ist Gerald Tumnde.

Viele kamerunische Unternehmen sind heute sehr bemüht, international anschlussfähig zu werden oder zu bleiben. Es gibt daher eine große Bereitschaft, Prozesse und Managementpraktiken zu modernisieren – etwa durch die Einführung moderner IT-Lösungen. Eine neue Offenheit und Experimentierfreude gibt es auch gegenüber erneuerbaren Energien, wenngleich diese vor allem der unzuverlässigen und unzureichenden Stromversorgung und dem damit zusammenhängenden Wunsch nach einer autarken Stromversorgung geschuldet sind. Wie sich damit Geld verdienen lässt, zeigt der Unternehmer Serge Armand Etoundi.

Neben der Landwirtschaft, der IT und den erneuerbaren Energien gibt es auch in der Planung und der Durchführung zahlreicher Minen- und Bauprojekten großen Bedarf an professionellen Dienstleistungen. Auch hier tun sich für potenzielle Unternehmer mit gutem Fachwissen neue Chancen auf.

Und es gibt noch weitere gute Nachrichten: Mittlerweile hat auch die kamerunische Regierung erkannt, wie wichtig neue Unternehmensgründungen für wirtschaftliches Wachstum sind, und hat Reformen eingeleitet. So dauert die Gründung eines Unternehmens heute nur noch drei Tage, während es vor ein paar Jahren noch mehr als hundert Tage waren. Die Formalitäten lassen sich an einer Stelle, einem „Centre des Formalités de Création d’Entreprise“ (CFCE), erledigen, sodass man nicht mehr von A nach B und von dort nach C rennen muss. Hinzu kommen einige steuerliche Vorteile, wie etwa ein niedrigerer Steuersatz für kleine und mittlere Unternehmen. Zur Förderung dieser Unternehmen hat die Regierung zudem eine eigene Bank ins Leben gerufen, die „Banque Camerounaise des Petites et Moyennes Entreprises“ (BC-PME). Auch zur Förderung der Landwirtschaft gibt es mittlerweile eine eigene Bank, die „Banque Agricole du Cameroun“ (CAC).

Damit gute Geschäftsideen nicht an mangelndem Kapital scheitern, engagiert sich auch die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) in Kamerun. Sie hat der „Afriland First Bank“ ein beteiligungsähnliches Darlehen in Höhe von zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um kleinen und mittleren Unternehmen besseren Zugang zu Kapital zu ermöglichen.

Kamerun braucht gut ausgebildete Kameruner mit guten Ideen – darunter gerade auch solche, die im Ausland studiert oder Arbeitserfahrung gesammelt haben und über internationale Kontakte verfügen. Zugegeben: Die kamerunische Regierung hat deren großes Potenzial für eine positive Weiterentwicklung des Landes noch nicht erkannt, und auch deutsche Unternehmen nutzen das große Potenzial solcher Menschen als Brückenbauer zwischen Deutschland und Kamerun bisher kaum. Dies zu ändern, gehört zu den Zielen von „Geschäftsideen für Entwicklung”.