Kolumbien: Das Land

Wer die Entwicklung Kolumbiens in den letzten Jahren mitverfolgt hat, konnte Erfreuliches beobachten: Der viertgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas gelang es endlich, das Image der Vergangenheit abzustreifen. Die Verbesserung der innenpolitischen Sicherheitslage war für diesen Wandlungsprozess eine wichtige Voraussetzung und hat im Land für Aufbruchsstimmung gesorgt. Denn nur wer sich sicher fühlt und hoffnungsvoll in die Zukunft blickt, ist auch bereit, sich zu engagieren und zu investieren.

Nicht wenige Lateinamerika-Experten halten Kolumbien derzeit für eines der am meisten unterschätzten Länder Lateinamerikas – aufgrund seines Reichtums an natürlichen Ressourcen, seiner Dynamik, seiner transparenten Märkte und Institutionen und nicht zuletzt auch aufgrund seiner jungen und konsumfreudigen Bevölkerung sowie einer wachsenden Mittelschicht. Das 2013 in Kraft getretene Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union und die im selben Jahr mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) begonnenen Beitrittsgespräche, ein wachsendes Interesse von Auslandsinvestoren und auch eine steigende Anzahl von Touristen aus aller Welt verstärken diesen hoffnungsvollen Ausblick in die Zukunft.

Die kolumbianische Regierung hat die Wichtigkeit des Privatsektors für die positive Entwicklung des Landes und vor allem auch für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit längst erkannt und fördert Unternehmensgründungen aktiv – seit 2006 auch durch entsprechende Gesetze. Das Ministerium für Handel, Industrie und Tourismus schuf in den vergangenen Jahren ein umfangreiches, landesweites Netzwerk zur Unterstützung dieser Politik. Was in der Hauptstadt Bogotá seinen Anfang nahm, weitete sich rasch auf andere Städte und Regionen aus. Zu dem Unterstützungsangebot zählen Fortbildungs- und Coachingmöglichkeiten ebenso wie finanzielle Starthilfen, etwa durch den „Fondo Emprender“.

Aktuelle Geschäftspotenziale in Kolumbien

Die Bauwirtschaft und hier vor allem auch diverse Infrastrukturprojekte bieten aktuell gute Geschäftsmöglichkeiten in Kolumbien. Sie haben bereits in den vergangenen Jahren einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftswachstum geleistet und werden mittel- bis langfristig wohl auch dazu beitragen, dass die Transportkosten in Kolumbien sinken. Dies wird vielen Unternehmern im Land das Leben und die Geschäfte erleichtern. Hinter den Erwartungen zurück bleiben hingegen noch der Industrie- und Rohstoffsektor. Hier gibt es noch viel Raum für Optimierung und innovative Ideen und damit natürlich auch gute Chancen für findige Unternehmer.

Denn was kolumbianischen Unternehmen vielerorts fehlt, sind frische Ideen und eine internationale Ausrichtung ihrer Aktivitäten. Aus diesem Mangel ergeben sich gerade für Kolumbianer, die im Ausland ihren Horizont erweitert und mögliche Geschäftsideen gesammelt haben und die außerdem wertvolle internationale Kontakte und Fremdsprachenkenntnisse mitbringen, viele Möglichkeiten. Immerhin vier Millionen Kolumbianer leben derzeit außerhalb Kolumbiens, rund 14.000 von ihnen in Deutschland.

Drei Kolumbianer, die ihren Horizont in Deutschland erweitert und dann in Kolumbien gemeinsam den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben, stellen wir hier vor. Dieses Beispiel aus der Agrarmeteorologie zeigt außerdem, wie lohnend es sein kann, sich in Kolumbien in Nischen zu begeben, in denen sich noch nicht viele Konkurrenten tummeln.

Andere für Unternehmer ebenfalls erfolgversprechende Sektoren sind derzeit der Bergbau, die Chemie und insbesondere auch die stark nachgefragte Petrochemie, der Energiesektor, in dem momentan Stromübertragungsnetzwerke und Kraftwerke ausgebaut werden, die Informations- und Kommunikationstechnik und hier insbesondere der Ausbau des mobilen Internets, der Maschinenbau, die Medizintechnik, die Umwelttechnik und der Öko-Tourismus.

Bei allen positiven Entwicklungen gibt es natürlich auch den ein oder anderen Wermutstropfen. Was die aktuell positive Stimmung für Unternehmensgründer in Kolumbien und auch für Auslandsinvestoren bremsen dürfte, ist zum Beispiel die geplante Steuerreform. Sie sieht vor, die Steuerlast für Unternehmen zu erhöhen.

Dennoch: Aufgrund der wiedergewonnenen politischen Stabilität und der wirtschaftlichen Dynamik ist die Grundstimmung in Kolumbien positiv – gerade auch unter Unternehmern und solchen, die es werden wollen. Aber auch für transnationale Unternehmensgründungen zwischen Deutschland und Kolumbien gibt es noch viel Raum und Potenziale, die insbesondere auch die rund 14.000 in Deutschland lebenden Kolumbianer für sich nutzen könnten. Denn sie haben den großen Vorteil, beide Kulturen gut zu kennen und so solide Brücken zwischen den Kontinenten bauen zu können.

Wenn auch Sie glauben, dass in Ihnen ein Unternehmer oder eine Unternehmerin steckt, sind Sie bei „Geschäftsideen für Entwicklung“ genau richtig. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Ideen in die Tat umzusetzen und ein erfolgreiches Unternehmen auf den Weg zu bringen.