Georgien: Seminar im März

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Seminar-Georgien

Teilnehmer und Veranstalter des Georgien-Seminars in Frankfurt im März.

14 Georgier und Georgierinnen haben sich am 20. und 21. März in Frankfurt getroffen, um bei einem Seminar Chancen einer Unternehmensgründung in Georgien auszuloten. Mit dabei waren auch zwei Experten aus Georgien.

Kakha Kokhreidze, Präsident der Georgian Small and Medium Enterprises Association, und Valerian Kereselidze, Gründer eines Catering- und Eventservices in Georgien, berichteten in Frankfurt über die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und Rahmenbedingungen für Unternehmer in Georgien. Auch Ioseb Chkhikvishvili, Generalkonsul Georgiens, war mit von der Partie. Er baut gerade das erste georgische Konsulat in Deutschland auf und zwar in Frankfurt am Main.

Valerian Kereselidze stellte sich nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Deutschland die Frage: „Was ist heilig, wofür kann man leben und wofür kann man sterben?“ Seine Antwort lautete: „für die die Liebe und für die Heimat.“ Also kehrte er zurück und startete sein eigenes Unternehmen. In Frankfurt sprach er offen über seine Erfahrungen als Rückkehrer und Unternehmer in Georgien: über den langem Atem, den es brauche, über die Schwierigkeit an Finanzierungsmöglichkeiten zu kommen, oder über die mühevolle Suche nach dem richtigen Personal. Kereselidze räumte ein, dass er zwar in Deutschland Betriebswirtschaft studiert hat, dass sich dieses Wissen in Georgien aber nicht immer anwenden lässt, denn dort läuft eben vieles anders. „Das Georgien, das ich verlassen hatte, war zudem nicht mehr das Georgien, in das ich zurückkehrte. Es war schwer, neue Kontakte aufzubauen und für mein Geschäftsvorhaben die richtigen Berater zu finden.“

Seminar in Frankfurt

Unternehmer Valerian Kereselidze bei seinem Vortrag in Frankfurt.

Trotz aller Herausforderungen, die Kereselidze ansprach, ermunterte Kokhreidze die Teilnehmer es dem Unternehmer gleichzutun. Denn die geographische Lage Georgiens sei schon immer strategisch interessant gewesen, um neue Märkte zu erschließen. Tbilisi, die Hauptstadt, lag an einer Kreuzung der Karawanenstraßen vom Schwarzen Meer nach Persien, Indien und China – und war die Brücke nach Europa. Daran gelte es anzuknüpfen, so der Präsident der Georgischen Vertretung für kleine und mittlere Unternehmen. Nachfrage nach guten Geschäftsideen gibt es laut Kokhreidze in vielen Bereichen, etwa im Tourismus, in der Lebensmittelproduktion, im Handel, bei Dienstleistungen oder in der Landwirtschaft. Seit dem Regierungswechsel habe sich das Gründungsklima laut Kokhreidze zudem enorm verbessert.

Doch Stolpersteine auf dem Weg der Gründung gibt es in Georgien natürlich auch – welche dies sind und wie sie sich aus dem Weg räumen lassen, darauf gab das Seminar Antworten. Es ging um Markteintrittsbarrieren, Finanzierungsmöglichkeiten und darum, wie man ein gutes Geschäftskonzept entwickelt.

Die Geschäftsideen der Teilnehmer bei diesem Seminar kamen aus folgenden Bereichen:

Automobilbranche – Bildung – Erneuerbare Energien – Gesundheit – Versicherungswesen