Georgien: Seminar im November

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Teilnehmer beim Georgien-Seminar im November in Frankfurt. Vorne rechts: George Tevdorashvili

Am 15. und 16. November 2013 kamen acht Georgier und Georgierinnen zu einem Seminar nach Frankfurt. Sie alle möchten in Georgien ein eigenes Unternehmen gründen. Das Programm „Geschäftsideen für Entwicklung“ unterstützt sie dabei. Wie bei allen Einstiegsseminaren waren auch dieses Mal wieder Experten aus Georgien mit von der Partie.

Wer an Georgien denkt, denkt an Berge und Meer in unmittelbarer Nachbarschaft, an UNESCO Weltkulturerbe und Tbilisis, die Metropole im Südkaukasus. So mancher Georgier im Ausland verbindet mit seiner Heimat anderes, zum Beispiel eine neue berufliche Perspektive. Einige denken gar an die Gründung eines eigenen Unternehmens.

Einer, der diesen Gedanken in die Tat umgesetzt hat, ist George Tevdorashvili. Nach vielen Jahren in Deutschland entschied er sich vor vier Jahren nach Georgien zurückzukehren und dort gemeinsam mit seiner Frau eine Reiseagentur zu gründen. Heute hat die auf den deutschsprachigen Markt spezialisierte Agentur mit dem Namen Georgia Insight 12 Mitarbeiter. Der 38-jährige Unternehmer gab bei dem Seminar in Frankfurt seine Erfahrungen bei der Rückkehr nach Georgien und als Unternehmensgründer in Georgien an die Seminarteilnehmer weiter. Er sprach über den langem Atem, den es braucht, über die Schwierigkeit, in Georgien an Finanzierungsmöglichkeiten zu kommen, und auch über die Herausforderung, gutes Personal zu finden. „Ich habe von Anfang an auf Qualität und auf nachhaltigen, sanften Tourismus  gesetzt – das war für mich der Schlüssel zum Erfolg“, verriet Tevdorashvili in Frankfurt außerdem. Mit der „Georgian Association of Guides“ (GAG) hat er Qualitätsstandards entwickelt und ein Zertifizierung für Reiseleiter etabliert. Sein Unternehmen war das erste in Georgien, das eine Nachhaltigkeitserklärung abgegeben hat. In Georgien wird das mitunter noch belächelt, bei den deutschen Kunden hingegen kommt es gut an.

Kakha Kokhreidze, Präsident der „Georgian Small and Medium Enterprises Association“ (GSMEA) mit Sitz in Tbilisi, ermunterte die Seminarteilnehmer in Frankfurt es Tevdorashvili gleich zu tun. Denn gerade im Ausland ausgebildeten Georgiern, die nach Hause zurückkehren möchten, biete Georgien zur Zeit große Chancen. Georgien brauche zudem ihr Wissen und ihre Ideen mehr denn je – um sich gesellschaftlich und wirtschaftlich weiterentwickeln zu können. Kokhreidze brachte auch Fakten mit. Er informierte in Frankfurt über die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und Rahmenbedingungen für Gründungen in Georgien sowie über die Marktpotenziale in einzelnen Branchen. Besonders erfolgversprechend sei das Gründungsklima derzeit im Tourismus, in der Lebensmittelproduktion, im Handel, bei Dienstleistungen und in der Landwirtschaft.

Neben der Praxis kam an den beiden Tagen in Frankfurt auch die Theorie nicht zu kurz. Es ging um Businessplanerstellung, Marktrecherche, Markteintrittsbarrieren und Wertschöpfungsketten – um nur einige Themen zu nennen.

„Ich habe nach diesen zwei Tagen nun eine konkrete Vorstellung davon, was mich in Georgien erwartet“, sagte ein Teilnehmer. Das Résumé eines anderen Teilnehmers lautete: „Georgien bietet mehr als ich dachte.“

Die Geschäftsideen der Teilnehmer bei diesem Seminar kamen aus folgenden Bereichen:

Tourismus  – Personalvermittlung – Journalismus – Landwirtschaft