Georgien: Seminar im September

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Seminarteilnehmer

Teilnehmer beim Georgien-Seminar im September in Frankfurt.

Am 13. und 14. September 2013 kamen 14 Georgierinnen und Georgier zu einem Seminar nach Frankfurt. Sie alle haben das selbe Ziel: in Georgien ein eigenes Unternehmen gründen. Gründungsberater und zwei Experten aus Georgien brachten sie ihrem Ziel an diesen zwei Tagen ein Stück näher.

Wo gibt es derzeit die größten Marktpotenziale für Gründungsinteressierte in Georgien? Kakha Kokhreidze hatte darauf eine klare Antwort: „Überall.“ Der Präsident der „Georgian Small and Medium Enterprises Association“ mit Sitz in Tiflis berichtete von einer aktuell sehr großen Nachfrage nach guten Geschäftsideen in sehr unterschiedlichen Sektoren, wie etwa Tourismus, Lebensmittelproduktion, Handel, Dienstleistungen oder Landwirtschaft. Er behauptete gar, selbst das Frankfurter Nationalgetränk Äppelwoi (Apfelwein) habe sehr gute Marktchancen in Georgien.

Seit dem Regierungswechsel hat sich das Gründungsklima in Georgien in der Tat stark verbessert. Dennoch gibt es dort auch viele Stolpersteine auf dem Weg zum eigenen Unternehmen. Welche Stolpersteine das sind und wie sich diese aus dem Weg räumen lassen, darum ging es bei dem zweitägigen Seminar in Frankfurt. Konkret ging es um Fragen wie: Welche Markteintrittsbarrieren gibt es in Georgien und wie lassen sie sich überwinden? Welche Finanzierungsmöglichkeiten existieren? Und wie entwickle ich ein gutes und marktreifes Konzept?

Nikoloz Gavtadze hat das alles schon hinter sich. Er hat den Schritt von Deutschland nach Georgien und in die Selbstständigkeit bereits gewagt. In Georgien führt er heute den landwirtschaftlichen Betrieb „INAGRO Ltd.“. Gavtadze ist für das zweitägige Seminar eigens nach Frankfurt gekommen, um seine Erfahrungen als Rückkehrer und Unternehmensgründer an jene, die es ihm gleichtun wollen, weiterzugeben. Er sprach zum Beispiel von dem langen Atem, den man haben sollte, von seiner 60-Stunden-Woche und auch von den Schwierigkeiten, Finanzierungsmöglichkeiten aufzutun oder gutes und zuverlässiges Personal zu finden. Er sagte: „Ich habe zwar in Deutschland Landwirtschaft studiert, aber ich wusste nicht, wie man ein eigenes Unternehmen aufzieht und führt. Sicher hätte ich einige Fehler vermeiden können, wenn mich damals jemand beraten hätte oder ich ein Seminar wie dieses hätte besuchen können.“ Denn erst im Laufe der Zeit hat Gavtadze gemerkt, dass es eben nicht nur darum ging, Gemüse anzubauen. „Hätte ich gleich auf den Einsatz geeigneter Landmaschinen gesetzt und auf eine integrierte  Bewässerungstechnik, hätte ich von Anfang an viel höhere Ernten erzielen können“, so der Landwirt, der heute in Georgien rund zehn Hektar Land bewirtschaftet. Sein Saatgut und seinen Dünger bezieht er von einem Lieferanten aus Deutschland.

Trotz oder aufgrund der vielen Informationen an den beiden Tagen hatten viele Seminarteilnehmer am Ende der zwei Tage mehr Klarheit. „Ich weiß jetzt, was mich erwartet und wie ich meine eigenen Ideen auf umsetzbare Ziele herunterbrechen kann“ war ein Feedback. „Ich habe hier einen klaren Fahrplan an die Hand bekommen“ ein anderes.

Die Geschäftsideen der Teilnehmer bei diesem Seminar kamen aus folgenden Bereichen:

Landwirtschaft – Bildungseinrichtung für das Handwerk – Textilhandel (Franchise) – Cafeteria für Studenten – Bioweinhandel – Tourismusprojekt (Camping) – Sport (Trainingscamp)