Kamerun: Seminar im Juni

Veröffentlicht in Kamerun
Kamerunseminar-Juni-2014

Teilnehmer und Veranstalter des Seminars im Juni in Frankfurt.

Am 13. und 14. Juni kamen bereits zum siebten Mal Kameruner aus unterschiedlichen Städten Deutschlands nach Frankfurt, um sich über die Chancen und Risiken einer Unternehmensgründung in Kamerun schlau zu machen. Mit dabei waren auch zwei Experten aus Kamerun.

Didier Djoumessi berät seit vielen Jahren Kameruner, die von Deutschland nach Kamerun zurückkehren und dort eine Anstellung suchen oder ein eigenes Unternehmen gründen möchten. Er berichtete bei dem Seminar in Frankfurt von den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Kamerun und von den Herausforderungen, die eine Rückkehr insbesondere für jene bereithält, die lange Zeit im Ausland gelebt haben.

Einer, der bereits zurückgekehrt ist und in Kamerun ein Unternehmen gegründet hat, ist Eric Colin Kouam Tadjoung. Kouam Tadjoung wurde 1966 in Bafoussam geboren kam 1986 nach Deutschland. In Chemnitz nahm er ein Maschinenbaustudium auf und erlebte dort die Wende und die deutsche Wiedervereinigung. Sein zweites Studium der Betriebswirtschaftslehre in München schloss Kouam Tadjoung nicht mehr ab. Stattdessen gründete er seine erste Firma – „auch wenn ich mir nicht nicht wirklich darüber im Klaren war, was diese Firma genau machen würde“, wie der 47-Jährige in Frankfurt offen zugab.

Kouam Tadjoung begann schließlich mit dem Export von Maschinen nach Kamerun. Daraus ergaben sich weitere Nachfragen und nach einigen Jahren ein florierendes Geschäft mit dem Export von Maschinen, Anlagen und anderen Gebrauchsgütern sowohl nach Kamerun als auch in andere afrikanische Länder. „Ich hatte einen guten Ruf und viel positive Mund-zu-Mund-Propaganda und so wuchs mein Geschäft “, beschrieb der Unternehmer seine Entwicklung.

Wo es Probleme gibt, gibt es auch ein Geschäft

2011 wagte Kouam Tadjoung dann den Schritt zur Unternehmensgründung in Kamerun. Er gründete eine Fensterproduktion in der Hauptstadt Yaoundé und beschäftigt dort mittlerweile 12 Mitarbeiter. „Seit 2013 denke ich über eine weitere Geschäftsidee nach. Ich will eine Gasflaschen-Produktion in Kamerun aufbauen statt Gasflaschen teuer aus dem Ausland zu importieren.“

Die Zutaten für Kouam Tadjoungs Erfolg sind nach dessen Aussagen: viel Geduld bei der Einarbeitung in neue Themengebiete und Fragestellungen und ein gutes Händchen bei der Suche nach guten, zuverlässigen Geschäftspartnern. Außerdem: Dinge, die andere besser können als ich selbst, abgeben. „In meinem Fall ist das die Buchhaltung und alles rund um das Thema Steuern“, so Kouam Tadjoung. „Wichtig für den Erfolg eines Unternehmens ist in meinen Augen außerdem, dass es meinen Mitarbeitern gut geht.“

„There is no better way to get into business than to  be in business“ und „Wo es Probleme gibt, gibt es auch ein Geschäft“ sind zwei Grundüberzeugungen Kouam Tadjoungs, die er den Teilnehmern in Frankfurt näherzubringen versuchte.

Neben der Praxis kam an den beiden Tagen in Frankfurt auch die Theorie nicht zu kurz. Es ging um Businessplanerstellung, Marktrecherche, Markteintrittsbarrieren und Wertschöpfungsketten – um nur einige Themen zu nennen. Ausführlich wurde an den Beispielen Ökotourismus und Konservenproduktion diskutiert, wie es gelingen kann, eine funktionierende Wertschöpfungskette zu etablieren. Denn es muss sichergestellt sein, dass neben der Kernleistung eines Unternehmens auch die vor- und nachgelagerte Prozesse gut funktionieren. So kann kein Hotel beispielsweise nur dann erfolgreich sein, wenn potenzielle Touristen, etwa über ein Reisebüro, dieses Hotel buchen und wenn es zuverlässige Angebote gibt, die Touristen zum Hotel bringen und nach ihrem Aufenthalt auch wieder zurück zum Flughafen.

Die schönste Nebensache der Welt und die Hauptsache: die Geschäftsideen

Ausgebremst wurden die Teilnehmer an diesen Tagen einzig von der Niederlage Kameruns gegen Mexiko bei der Fußballweltmeisterschaft. Das Spiel schauten sich die Teilnehmer bei einem gemeinsamen Abendessen am ersten Seminartag an.

Die Geschäftsideen der Teilnehmer bei diesem Seminar kamen aus folgenden Bereichen:

Informationstechnologie – Telekommunikation – Handel mit Elektroprodukten – Prozessoptimierung – Gesundheitswesen – Landwirtschaft