Kamerun: Seminar im November

Veröffentlicht in Kamerun
Seminarteilnehmer aus Kamerun

Teilnehmer beim Kamerun-Seminar im November in Frankfurt.

Am 22. und 23. November kamen 14 Kameruner und Kamerunerinnen aus ganz Deutschland wieder nach Frankfurt, um Chancen und Risiken einer Unternehmensgründung in Kamerun zu diskutieren und Ihrem Traum vom eigenen Unternehmen ein Stück näher zu kommen. Mit dabei waren auch zwei Experten aus Kamerun.

Didier Djoumessi berät seit vielen Jahren Kameruner, die von Deutschland nach Kamerun zurückkehren und dort eine Anstellung suchen oder ein eigenes Unternehmen gründen möchten. Er berichtete bei dem Seminar in Frankfurt von den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Kamerun und von den Herausforderungen, die eine Rückkehr insbesondere für jene bereithält, die lange Zeit im Ausland gelebt haben.

Einer, der bereits zurückgekehrt ist und in Kamerun ein Unternehmen gegründet hat, ist Durando Ndongsok. Nach Studienaufenthalten zuerst in Holland und dann in Deutschland, wo Ndongsok einen MBA in Ressourcen- und Umweltmanagement erlangte, arbeitete er noch drei Jahre in der Schweiz. „2010 war mein europäisches Abenteuer beendet und es begann das Abenteuer der Selbstständigkeit in Afrika“, berichtete Ndongsok in Frankfurt. 2011 gründete er in Douala das Unternehmen S2 Services SARL, mit dem er sich das ambitionierte Ziel gesetzt hat, nachhaltiges Denken in Kamerun und anderen afrikanischen Ländern zu etablieren. Sechs Mitarbeiter und zahlreiche Praktikanten, die das Thema ebenfalls spannend finden, unterstützen ihn mittlerweile dabei. Sie suchen nach klimafreundlicheren und weniger gesundheitsschädlichen Kochlösungen in afrikanischen Ländern, setzen sich für ein besseres Abfallmanagement ein, beraten die kamerunische Regierung bei der Erarbeitung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Herstellung von Biosprit oder führen Umweltverträglichkeitsuntersuchungen durch.

Ein besonderes Anliegen ist Ndongsok das Nuru Light Project, mit dem er umweltfreundliche Lichtquellen in Kameruns ländlichen Regionen etablieren will. Kameruner, die sich für die Idee ebenfalls begeistern, helfen, sie im Land zu verbreiten, und erschließen sich damit eine neue Einnahmequelle. „Zugegeben, das sind viele Geschäftsfelder für ein kleines Unternehmen, aber ich bin ein Opportunist“, gab Ndongsok in Frankfurt zu erkennen. Bei allem Opportunismus und Optimismus kamen die Mühen des Alltags in Kamerun in Frankfurt nicht zu kurz. „Der Traum vom großen Reichtum erfüllt sich für das Gros der Jungunternehmer in Kamerun nicht. Mit Bescheidenheit fährt man dort besser als mit Träumen oder Größenwahn“, so Ndongsok.

Der Agrarsektor, das Bildungswesen und die Informationstechnologie standen an den beiden Seminartagen im Fokus – denn dies sind Branchen, die in Kamerun momentan sehr vielversprechend sind. Auch der Export von Gütern und Dienstleistungen in die Nachbarländer Kameruns, wo über 300 Millionen Menschen leben, birgt Chancen für Unternehmer, die beim Seminar in Frankfurt zur Sprache kamen.

Neben der Praxis kam an den beiden Tagen in Frankfurt auch die Theorie nicht zu kurz. Es ging um Businessplanerstellung, Marktrecherche, Markteintrittsbarrieren und Wertschöpfungsketten – um nur einige Themen zu nennen.

Die Geschäftsideen der Teilnehmer bei diesem Seminar kamen aus folgenden Bereichen:

Informationstechnologie – Landwirtschaft – Baubranche – Ernährungsberatung