Marokko: Seminar im Mai

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Foto Marokko Seminar

Teilnehmer und Veranstalter des Seminars im Mai in Frankfurt.

Am 14. und 15. Mai 2014 kamen Marokkaner aus unterschiedlichen Ecken Deutschlands wieder nach Frankfurt, um sich bei einem Seminar über die Chancen und Risiken einer Unternehmensgründung in Marokko auszutauschen. Es war bereits das siebzehnte Seminar dieser Art, das das  Programm „Geschäftsideen für Entwicklung“ für Gründungsinteressierte aus Marokko veranstaltete. Mit dabei waren auch dieses Mal wieder Experten aus Marokko.

Zusammen mit zwei Partnern gründete Brahim Bouacha vor einigen Jahren die Firma Takoum Germany, die vor allem PVC Fensterrahmen produziert. Mit dieser Geschäftsidee zählten die drei zu den Pionieren auf dem marokkanischen Markt. Sie setzen auf Qualität und auf deutsches Know-how und hoben sich so von ihren Konkurrenten ab. Aber der Markteintritt in Marokko war dennoch nicht einfach. Bouacha berichtete bei dem Seminar in Frankfurt von logistischen Herausforderungen, von Schwierigkeiten mit dem Zoll, von bürokratischen Prozessen, die zur Geduldsprobe wurden, und von der schwierigen Suche nach qualifiziertem und motiviertem Personal.

Brahim Bouacha hat derzeit in Deutschland noch ein zweites berufliches Standbein. Rachid El Boury hingegen hat sich bereits ganz für Marokko entschieden. Der Lebensmittelpunkt des in Deutschland ausgebildeten IT-Ingenieurs ist heute Rabat. El Boury schilderte in Frankfurt seine Strategie: „Ich habe mir in Marokko zunächst eine Festanstellung gesucht, um in aller Ruhe entscheiden zu können, ob ich permanent in Marokko bleiben wollte.“ El Boury wollte – und machte sich schließlich 2012 zusammen mit drei Geschäftspartnern in Marokko selbstständig. Er war zunächst der einzige der vier, der permanent vor Ort war, dort den Markt gründlich sondierte und erste Aufträge an Land zog. Seine Partner arbeiteten noch weiter an Projekten und bei Arbeitgebern in Europa, wagen jetzt aber auch den Schritt zurück nach Marokko. Die gemeinsame Firma nFORMAtec bietet maßgeschneiderte IT-Lösungen, Beratung und Schulungen an und hat ihren Sitz im Businessinkubator von Rabat, im Centre national pour la recherche scientifique et technique (CNRST).

Moha Ezzabdi berät seit vielen Jahren Marokkaner, die von Deutschland nach Marokko zurückkehren und dort eine Anstellung suchen oder ein eigenes Unternehmen gründen möchten. Er kennt daher die Risiken und Zweifel, die eine Rückkehr insbesondere für jene bereithält, die lange Zeit im Ausland gelebt haben. Bei dem Seminar in Frankfurt berichtete er deshalb von den Herausforderungen und den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die potenzielle Rückkehrer in Marokko erwarten. Er zeigte aber auch die vielfältigen Anreize und Unterstützungsmöglichkeiten auf, die es in Marokko für Unternehmensgründer mittlerweile auch von Seiten des Staates gibt. Das CNRST, das wie im Fall von El Boury günstigen Büroraum und Infrastruktur zur Verfügung stellte, ist hierfür ein Beispiel. Steuererleichterungen in den ersten Jahren der Selbstständigkeit ein anderes.

Neben der Praxis kam an den beiden Tagen in Frankfurt auch die Theorie nicht zu kurz. Es ging um Businessplanerstellung, Markteintrittsbarrieren und Wertschöpfungsketten – um nur einige Themen zu nennen.

Die Geschäftsideen der elf Teilnehmer bei diesem Seminar kamen aus den folgenden Bereichen:

Wasserwirtschaft – Mobilfunk – Interkulturelles Management – Lebensmitteltechnologie – Informationstechnologie –Tourismus