Marokko: Seminar im Oktober

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Teilnehmer beim Seminar im Oktober in Frankfurt

Am 4. und 5. Oktober 2013 kamen 13 Marokkaner zu einem Seminar nach Frankfurt. Sie alle möchten in Marokko ein eigenes Unternehmen gründen. Das Programm „Geschäftsideen für Entwicklung“ unterstützt sie dabei.

Was ist derzeit der Schlüssel für unternehmerischen Erfolg in Marokko? Auf diese Frage eines Seminarteilnehmers musste Moha Ezzabdi nicht lange überlegen: „Qualität, Qualität und nochmal Qualität.“ Egal ob in der Landwirtschaft, im Bausektor, in der Lebensmittelproduktion, im Handel oder bei Dienstleistungen. Überall sind qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen in  Marokko derzeit gefragt. Und die Marokkaner sind – anders als vielleicht noch in der Vergangenheit – heute auch bereit, dafür den erforderlichen Preis dafür zu zahlen. Deutsche Produkte und Qualitätsstandards passen gut zu diesem Trend und für Rückkehrer aus Deutschland, die in Marokko ein Unternehmen gründen möchten, ergeben sich daraus viele Chancen. Dennoch, gibt es natürlich auch Stolpersteine auf dem Weg zum eigenen Unternehmen. Welche das sind und wie diese aus dem Weg geräumt werden können, darauf gab das Seminar Antworten.

Moha Ezzabdi ist Rückkehr- und Existenzgründungsberater. Er arbeitet für das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) und hat seinen Arbeitsplatz bei der deutschen Auslandshandelskammer in Casablanca. Seit drei Jahren unterstützt er Marokkaner, die in Deutschland studiert und gearbeitet haben und in Marokko ein eigenes Unternehmen aufbauen möchten. Er berichtete bei dem Seminar in Frankfurt von den aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen in Marokko und auch von aktuellen Förderprogrammen der marokkanischen Regierung.

Auch mögliche Markteintrittsbarrieren kamen bei dem Seminar in Frankfurt zur Sprache, Hier ging es um Fragen wie: In welchen Bereichen ist die Schattenwirtschaft in Marokko besonders groß? In welchen Branchen sind die Gründungschancen besonders gut? Wie muss ein marktreifes und erfolgversprechendes Konzept im Einzelnen aussehen? Und wie gelingt es mir von Anfang an die Chancen und auch die Risiken für mein Vorhaben richtig einzuschätzen?

Aziz Chiki hat diese Hürden alle schon genommen. Vor zwei Jahren hat er in Sidi Bousber, wo er ursprünglich herkommt, seine eigene Firma gegründet. Heute ist er der Geschäftsführer dieser Firma, die hochwertiges Olivenöl produziert. Er gab seine Erfahrungen bei der Rückkehr nach Marokko und als Unternehmer in Marokko an die Teilnehmer des Seminars weiter. Er berichtete zum Beispiel von Chancen und Schwierigkeiten in Marokko und auch von den besonderen Herausforderungen abseits der großen Städte. Er sprach von den Schwierigkeiten, die zahlreichen Genehmigungen für seine Ölmühle zu bekommen, und davon, wie schwer es war beziehungsweise ist, Kunden und Bauern von biologischer Landwirtschaft und Bio-Qualitätsstandards zu überzeugen.

Chikis Fazit: „Nicht alles ist von Deutschland aus planbar. Es ist wichtig, seine Ideen und Annahmen vor Ort gut zu prüfen. Wichtig sind außerdem: ein langer Atmen, Geradlinigkeit und der Mut, sein Unternehmen nach seinen eigenen Werten aufzubauen. Das zahlt sich am Ende aus. Denn ein Unternehmer ist Vorbild. Nur mit dieser Haltung trägt man zur nachhaltigen Entwicklung Marokkos bei. “

Mehr über den Unternehmer Aziz Chiki und seine Geschäftsidee lesen Sie hier.

Auch am Ende dieses Seminars haben wir wieder einige Stimmen von Teilnehmern eingefangen. „Ich bin jetzt – nach dem Seminar – weniger ängstlich, was die Umsetzung meiner Idee angeht“, sagte ein Teilnehmer. Ein anderer: „Meine Geschäftsidee hat sich hier in Frankfurt gefestigt.“ Ein dritter: „Mir ist hier klar geworden, dass ich noch viel mehr Informationen benötige.“

Die Geschäftsideen der Teilnehmer bei diesem Seminar kamen aus folgenden Bereichen:

Landwirtschaft – Lebensmittelproduktion – Übersetzungsbüro – private Arbeitsvermittlung  – Bauwirtschaft – Tourismus – IT (Softwareentwicklung) – Automobilindustrie