Kamerun: Seminar im März

Veröffentlicht in Kamerun
Teilnehmer und Veranstalter des Seminars im März in Frankfurt.

Teilnehmer und Veranstalter des Seminars im März in Frankfurt.

Am 14. und 15. März kamen elf Kameruner aus unterschiedlichen deutschen Städten für zwei Tage nach Frankfurt, um ihrem Traum vom eigenen Unternehmen in Kamerun ein Stück näher zu kommen. Gemeinsam mit zwei Experten aus Kamerun diskutierten sie die Chancen und Risiken einer Gründung in Kamerun.

Didier Djoumessi berät seit vielen Jahren Kameruner, die von Deutschland nach Kamerun zurückkehren und dort eine Anstellung suchen oder ein eigenes Unternehmen gründen möchten. Er berichtete bei dem Seminar in Frankfurt von den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Kamerun und von den Herausforderungen, die eine Rückkehr insbesondere für jene bereithält, die lange Zeit im Ausland gelebt haben.

Einer, der bereits zurückgekehrt ist und in Kamerun ein Unternehmen gegründet hat, ist André Kounchou Feze. Er hat in Yaoundé ein Kulturzentrum mit Gastronomieangebot auf die Beine gestellt, wo unterschiedliche Veranstaltungen und Kurse stattfinden. Das Zentrum vermietet zudem Zimmer, insbesondere an Gäste, die einen längeren Aufenthalt in Yaoundé planen. Der Name: FIIAA – Maison des loisirs et de la culture

Feze hat schon früh seine erste Gehversuche als Unternehmer gemacht. Bereits während seines Aufenthaltes in Köln, wo er Tourismusmanagement studierte, machte er sich mit einem Unternehmen namens „Spass-Tour“ selbstständig. Zurück in Kamerun gründete er zunächst eine Internetplattform, auf der – ähnlich wie auf ebay – Privatleute Dinge kaufen und verkaufen können. Feze ist nicht nur ein Mensch, der viel übrig hat für andere Menschen. Er hat auch viel übrig für Kunst und Kultur und er will die Gegenwart mitgestalten. Deshalb mischt er sich auch immer wieder in aktuelle Debatten ein, etwa zu Kunst, Kultur, Mobilität und Migration. Kein Wunder also, dass es sein eigentlicher Traum war, in Kamerun eine kulturelle Begegnungsstätte ins Leben zu rufen, in der Menschen ihre eigenen Grenzen überschreiten können und mit Menschen anderer Herkunft und Nationalität zusammentreffen.

Die größten Herausforderungen für Jungunternehmer  in Kamerun sind laut Feze: das Finden von qualifiziertem und motiviertem Personal, die in Kamerun immer wieder in verschiedenen Zusammenhängen spürbare Knappheit an Kapital und die nicht immer durchschaubare Bürokratie. „Gute Werbung ist in Kamerun zudem kein Garant für Erfolg. Die Akzeptanz durch die Kunden muss man sich mit Präsenz und Leidenschaft für sein Geschäft erst erarbeiten. Ein besseres Produkt als die Konkurrenz zu haben, reicht in Kamerun nicht aus“, machte Feze deutlich. Extrem wichtig sei deshalb der Aufbau gut funktionierender Netzwerke, die geschickte Einbindung wichtiger Entscheidungsträger und die Identifizierung vertrauensvoller Partner.

Das Bauwesen, die Energieversorgung, der Tourismus und die Verkehrsinfrastruktur standen an den beiden Seminartagen im Fokus – denn dies sind Sektoren, die in Kamerun momentan sehr vielversprechend sind. Zwar gibt es hier viele Engpässe an Ressourcen und Managementkapazität, aber gerade aus diesen Engpässen ergeben sich Möglichkeiten unternehmerisch aktiv zu werden. Ein Beispiel aus der Energiebranche, das in Frankfurt diskutiert wurde: das Betreiben autarker Wasserkraft- und Photovoltaikanlagen.

Neben der Praxis kam bei dem Seminar in Frankfurt auch die Theorie nicht zu kurz. Es ging um Businessplanerstellung, Marktrecherche, Markteintrittsbarrieren und Wertschöpfungsketten – um nur einige Themen zu nennen.

Die Geschäftsideen der Teilnehmer bei diesem Seminar kamen aus den Bereichen:

Informationstechnologie – Landwirtschaft – Baubranche –Bildung – Handel – Tourismus – Medizin